Cover Wutkraft vor Traubenblättern

REZENSION | Friederike von Aderkas: Wutkraft

Welcher Wuttyp bist du? Explodierst du förmlich, wenn du wütend bist, oder frisst du alles in dich herein? Nimmst du deine Wut selbst wahr und steuerst sie oder macht sie mit dir, was sie will? Und: Erkennst du, was hinter deiner Wut liegt?

Wut konstruktiv nutzen

Mit Wut bringen wir in erster Linie Zerstörung, unangenehme Gefühle, ja vielleicht sogar Krieg in Verbindung. Aber Wut kann viel mehr. Wut dann auch konstruktiv geäussert werden, auch wenn es Mut braucht, weil wir dann unsere empfindlichen Gefühle und Interessen offenlegen müssen. Aber genau darin liegt das immense Potenzial der Wut: Ihr liegt eine grosse Kraft inne, um Dinge ins Lot zu bringen. Um für sich selbst einzustehen, denn sind wir ehrlich: Wir werden eigentlich nur wütend, wenn für uns etwas nicht stimmt. Wenn wir also die Wut wahrnehmen und in gesundem Masse äussern können, dient das unserer Gesundheit ungemein. Und auch unseren Beziehungen, denn so sind wir authentisch.

Ratgeber mit praktischen Anleitungen

Als Friederike von Aderikas‘ Bruder sich selbst umgebracht hat, war sie wütend. Sehr wütend. Und sie erkannte bald, dass auch ihr Bruder wütend war, diese Wut aber nach innen gerichtet hatte, was zu seinem tragischen Tod geführt hat. Da entschied sich Friederike, ihr Leben der Wut und ihrem kreativen Potenzial zu widmen. Aus diesem Grunde schrieb sie auch dieses Buch.

Nebst sehr persönlichen Erzählungen, gibt sie Anleitungen für Übungen, um sich die konstruktive Wutkraft im Alltag anzutrainieren. Sie berichtet in einem Erzählton, nicht in wissenschaflticher Sprache. So wirkt sie persönlich und nahe. Sie bringt ihre Gedanken gut in Form, die Kapitel sind nicht zu lang – und da als Sachbuch formuliert, kann man sich als Leser:in sowieso herauspicken wo und wieviel mal lesen möchte.

Spannendes Erlebnis

Ich muss zugeben, die reflektiven und praktischen Übungen habe ich nicht angewandt. Friederikes Gedanken finde ich aber sehr inspirierend. Ich bin überzeugt, die Welt wäre schöner, wenn mehr Menschen ihre Gefühle besser lesen und achtsamer damit umgehen würden. Aber wie dem auch sei: Das Buch kann ich als persönlich inspirierende Lektüre sehr empfehlen.



Cover Wutkraft

Seit Kindertagen haben wir gelernt, Wut zu unterdrücken, gilt sie doch als Zeichen der Zerstörung. Das ist fatal, denn Wut ist ein Gradmesser für unser Wohlbefinden. Wer ihr nicht zuhört, läuft Gefahr, den Zugang zu den eigenen Bedürfnissen zu verlieren, krank zu werden und eine Depression zu entwickeln.
Wutkraft ist eine Einladung, unsere eigene Wut kennenzulernen und verantwortlich damit zu leben. Sie weist uns den Weg zu mehr Präsenz, Lebendigkeit und Wohlgefühl. Anhand von zahlreichen Übungen und Reflexionen zeigt Friederike von Aderkas, wie wir unsere Wut positiv nutzen: Wie wir lernen, Grenzen zu setzen, Entscheidungen mit neuer Klarheit zu treffen und Beziehungen neu zu gestalten.

Friederike von Aderkas: Wutkraft. Beltz Verlag, 2021. ISBN 978-3-407-86645-5. eBook ePub, 256 Seiten.


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1 Kommentar
  • Zeilentänzerin
    Veröffentlicht um 12:55h, 27 August Antworten

    Hey, das scheint thematisch ein sehr wichtiges Buch zu sein, das mich sofort neugierig macht.

    Zeilentänzerin

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