54Books

Heute möchte ich euch ein ganz wundervolles Projekt vorstellen: 54books. Eines, das nicht nur qualitativen Content liefert, sondern auch Wert darauf legt, die Schreibenden entsprechend zu entlöhnen. Eine tolle Sache, da meiner Meinung nach noch immer viel zu viele Autorinnen und Autoren ihre Texte einfach verschenken.

Heute möchte ich euch ein ganz wundervolles Projekt vorstellen: 54books. Eines, das nicht nur qualitativen Content liefert, sondern auch Wert darauf legt, die Schreibenden entsprechend zu entlöhnen. Eine tolle Sache, da meiner Meinung nach noch immer viel zu viele Autorinnen und Autoren ihre Texte einfach verschenken. 

Ein Onlinemagazin mit Stimmenvielfalt

54books wurde von Tilmann Winterling ins Leben gerufen und war ursprünglich als einfachen Blog gedacht um mit anderen über Leseerfahrungen zu diskutieren. Tilmann schrieb Rezensionen, publizierte Debattenbeiträge und Interviews.

Über die Jahre hinweg gewann 54books aber derart rasch an Beliebtheit, sodass Tilmann die Redaktion des Blogs bald auf seine Teamkollegen Berit Glanz, Johannes Franzen und Simon Sahner aufteilte. Gastschreibende wurden ins Boot geholt. So veröffentlicht 54books heute (mindestens) wöchentlich einen neuen, informativen Artikel.

Die unterschiedlichen Stimmen formen unterschiedliche Meinungen. Eine Diskussion wird angeregt, von 54books gewünscht, Lesende twittern viel über Artikel des Onlinemagazins. Es herrscht ein reger Austausch zwischen Sendern und Empfängern und ab und an wird sogar während eines Diskussionsfensters ein Telegram-Chat eröffnen, wo sich einzelnen Gruppen zu einem bestimmten Thema austauschen.

Feuilleton im Internet

54books beschreibt ihre Vision mit diesen Worten:

Wir nutzen die Freiheit des Digitalen, um neue und alte kulturjournalistische und literarische Formate zu verbinden. Wir schreiben häufig über Themen, die man im Print erst am Horizont als vage Schemen aufziehen sieht. Wir können schnell auf aktuelle Debatten reagieren, haben aber Zeit und Platz jenseits von Aktualität und Veröffentlichungszyklen Themen Raum zu geben. Dazu gehören lange Essays genauso wie kurze Interventionen, unterhaltende Texte genauso wie Gelehrsamkeit und Analyse. Wir bieten deep reading und kulturellen Kampf.

Aktuell, vielfältig, anregend. Aber auch unterhalten sollen die Texte. So steht das Projekt gänzlich im Erbe von Siegfried Kracauer (1889–1966), Architekt, Soziologe, Filmkritiker und Geschichtsphilosoph und einer der bedeutendsten Feuilletonisten seiner Generation.

Feuilletons sollen nach Kracauer «Texte sein, die sich nicht allein mit dem klassischen kulturellen Feld befassen. Sie sollten Beobachtungen des Alltags sein, sie sollten kleine Begebenheiten wiedergeben und zugleich interpretieren»1.

In diesem Sinne ist 54Books ein Ort, an dem mit offener, interessierte Haltung nicht nur beobachtet, interpretiert, sondern allem voran auch der Austausch über Literatur im weitesten Sinne gelebt und vollzogen werden soll. 

Quellenübersicht
54books.de
Vision 54books


1 Wibke Henriette Liebhart: «Was ist ein Feuilleton?» 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

12 + 5 =

Ruth Shaw: Der Buchladen am Ende der Welt

Roman | Das Leben läuft oft nicht linear. Und ist schon gar nicht fair. Das musste auch Ruth Shaw schon früh lernen. In ihrem Buch erzählt sie von ihrem Leben und zeigt uns, auf welche Fleckchen der Erde es sie überall verschlagen hat. Und soviel sei schon mal verraten: Es sind viele!

Ferdinand von Schirach: Kaffee und Zigaretten

Ferdinand von Schirach ist einer der Grossen. Sein Buch Kaffee und Zigaretten trägt den Titel «Weltbestseller». Seine Kolumnen, Texte, Bücher liest man überall in der Welt. Zahlreiche seiner Titel wurden mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er gehört zu den wenigen deutschen Autoren, die es auf internationales Terrain geschafft haben. Aber was macht ihn denn eigentlich so aussergewöhnlich?

Schweizer Literaturpreise 2020

Die Vergabe der Schweizer Literaturpreise ging 2020 in die 8. Runde! Jährlich verleiht das Bundesamt für Kultur an Schweizer Literaturschaffende fünf bis sieben Schweizer Literaturpreise, ebenso wie den Schweizer Grand Prix Literatur und die Spezialpreise Übersetzung und Vermittlung.